Dienstag, 30. November 2010

Das schmeckt ja wie ein Aschenbecher.


Die Nachbarn hatten sicher auch ihren Spaß. Man muss nur ganz lang und ruhig vor der Balkontür sitzen bleiben. Ach ist das schön.

Montag, 29. November 2010

Einfach machen.

 
Nach nur einem Tag siehst du den Leuten auf der Straße wieder an, dass sie keine Lust auf Weihnachten und Schnee mehr haben. Schneechaos, sei Dank. Man selber stapft durch den Schnee mit den falschen Schuhen und ohne Kapuze. Die Haare werden nass, das Gesicht rot und die Hände frieren. Aber dann hast du diesen kleinen Moment. Eine kleine Nachricht, die dich an die letzten Tage erinnert und alles ist einfach gut. Dann schaust du aus dem Fenster und der Schnee glitzert.

"Irgendwie wollt’ ich einfach nur wild und frei leben."

Den ersten Advent, den Beginn der Weihnachtszeit, haben wir fett und froh begonnen. Eingeladen bei unserem eigentlichen fünftem WG-Mitglied zu einem Advents-Nachmittag. Mit Lebkuchen, Plätzchen, Glühwein, Kaffee, Apfelkuchen, Buttermilch-Kuchen, Orangentorte und Weihnachtsmusik. Die Weihnachtsdekoration ist im übrigen zufällig aus einer Kiste gefallen - für alle die, die noch nichts mit "Jingle Bells" anfangen können. Der beste Ort der Adventsparty war allerdings das Bad. Aus dem Badewannen-Wasserhahn floss Kaffee, auf heißester Stufe eingestellt, Glühwein und aus der Brause strömte aufgeschäumte Milch. Platz zum Liegen und Sitzen hat man auch auf jeden Fall. Später haben wir noch, sehr passend zur Jahreszeit, das Theaterstück "Die fetten Jahre sind vorbei" gesehen. Aber hier sind die fetten Jahre noch lang nicht vorbei. Erstmal einen Glühwein, um wieder richtig wach zu werden. So endet der Tag auch wieder mit Glühwein, Leipziger Industriebier, Club-Mate in der Winterausgabe und Musikstücken, die man öfter wieder hören sollte.



Sonntag, 28. November 2010

Advent, das erste Lichtlein brennt.

Adventsmittagessen kochen. Wie in der zdf-Küchenschlacht, so mit Weißwein in der Champignon-Rahm-Sauce und Lachs mit Mandelkruste. Das beste daran war allerdings der Mann am Herd, der "...And we'll be together, this time is forever, we'll be fighting and forever we will be, so complete in our love, we will never be uncovered again..." mitsingt.


Yeah I like you.
Yeah I like you.
And I feel wahoo, wahoo, wahoo!

Samstag, 27. November 2010

Glühwein und Eierkuchen.


Love is a thing that I can't describe
It sounds so foolish if I even try
Love is an arrow and it points at you
It tells you what you gotta do.

Love is a fire that you can't control
It burns in the middle and it leaves a hole
You can fill it up then you don't know when
It's gonna start to burn again.

                                                                                                            Aberfeldy - Love Is An Arrow

Alle Jungen, alle Mädchen, zieht eure T-Shirts aus.

 Mein erster Besuch auf dem Weihnachtsmarkt dieses Jahr. Mein Lieblingsstand.
Am besten jeden Tag. Ab heute.

Freitag, 26. November 2010

Die Söhne aus Karl-Marx-Stadt.

Endlich war es so weit, dass der nächste Tour-Haltepunkt der Heimatkombo Kraftklub, Leipzig hieß. "Tonight make me unstoppable". Ein wunderbarer Auftritt vor Freunden, Bekannten, "Casper"-Shirt-Trägern (Äh, Wer?) und neuen Gesichtern. "Wisst ihr wo wir herkommen?" "Na klar, Karl-Marx-Stadt". "Ah, die Dame da vorn kennt uns und weiß Bescheid". Nach viel guter Musik, Tanzen, indiediskoscheißen, Warten und Stehen, einem Kirsch-Muffin, Bier, Hotel-Check-In, dann vollkommen eingeschneit auf die After-Show-Party in "Ilses Erika". Herein geschneit sozusagen. Durch die Nacht getanzt mit Menschen, mit denen man im Leben doch eigentlich nur mal reden wollte. Aber dann war alles dreifach schön. Bunt. Laut. Ausbrechen. Surreal.
Nur der Heimweg blieb gruselig, bei sich ablösenden Schneelawinen und Menschen in den Fenstern. Im fernen Wunderland durch den Schnee gestapft. Kraftklub, man. Und dann am Morgen, beim Blick in den Spiegel, die Frage: Verdammt, woher kommt der große Kratzer?

 
When you’re on a holiday
You can’t find the words to say
All the things that come to you
And I wanna feel it too

On an island in the sun
We’ll be playing and having fun
And it makes me feel so fine
I can’t control my brain
                                                                                   Weezer - Island in the Sun

Donnerstag, 25. November 2010

Eine Geschichte.

"Was ist das?"
"Ein Haus."
"Was für ein Haus?"
"Na, ein Einfamilienhaus."
"Wer wohnt da?"
"Familie Schmidt."
"Haben die Kinder? Die könnten doch gut in dem großen Haus spielen."
"Nein. Die wohnen da ganz alleine."
"Wirklich? Das ist aber traurig."
"Nein, gar nicht. Die haben eine Katze um die sie sich sehr gern kümmern. Die siehst du nur nicht. Weil die im Haus auf dem Teppich vor dem Kamin liegt. Da ist es warm. Draußen hat es doch geschneit und da ist es zu kalt, wenn die mit ihren kleinen Pfoten im Schnee umher stapft."
"Ist die schon alt?"
"Nein noch gar nicht. Sie ist noch klein und weiß."
"Das klingt als wäre es ein nettes Haus."

Ich bin eher das Candy-Girl.


Ein zuckersüßer Abend. Die Crème brûlée war wundervoll.
Und endlich kam auch das Virginia-Jetzt-Abschiedspäckchen an.
Mit so vielen Überraschungen und Dingen zum Liebhaben.

Mittwoch, 24. November 2010

Wie eine Crème brûlée ins soziale Aus befördert.

Man kennt das ja. Alles soll perfekt sein, wenn man Gäste zum Dinner einlädt. Es sollte dann auch schon das perfekte Dinner sein. Aber was soll man machen, wenn die Crème brûlée nach 120 Minuten im Ofen immer noch nicht fest geworden ist? Soll man das dann den Gästen als Pudding auftischen? Viel besser ist die Überlegung: Der Mitbewohner, mit Schürze und Lockenwicklern in den Haaren, präsentiert die perfekte Süßspeise mit einem koketten Lachen: "Hahaaa. Ach, haben wir keine einfachen Crème brûlées hinbekomen? Hm, war das einfachste Kochrezept zu schwer? Haben wir die Anleitung nicht befolgt? Dachten wir, wir können es besser, hm? War es so? Nein nein..." Und dann fangen die Gäste an, einen Blog zu veröffentlichen, wie schlecht ich kochen kann und den liest dann jeder, so dass sich jeder denkt "Oh mein Gott... wer ist das denn? Die bekommt ja nicht einmal die einfachsten Sachen gebacken. Verstehste, sie bekommt es nicht gebacken." Und dann übernimmt besagter Mitbewohner mit dem perfekten Lächeln und den Törtchen meine ganzen Freunde. Und dann steh ich da. Mit meinem Pudding in der Schüssel. Im sozialen Aus.

Dienstag, 23. November 2010

Sind wir wieder Freunde?

How do you rate the morning sun.
After a long and sleepless night.
How many stars would you give to the moon.
Do you see those stars from where you are.
Shine on the lost and loneliest.
The ones who can´t get over it.
                                                                                                                     Robbie Williams - Morning Sun

Montag, 22. November 2010

Erklär mir die Welt.


Vielleicht musst du es so machen. Vielleicht geht es nicht anders. Vielleicht kannst du nicht anders.
Aber ich bin immer noch dafür.

Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind.

"Was kosten Luftballons? Ach, steigen wir gleich richtig ein ... was kostet die Welt? Ich verdien mein Geld als Klempner und Wahrsager zu gleich." "Soo... bei Ihnen steht der Wasserdruck auf ´ner 4, also läuft es beruflich eher schlecht, ja? Und hier die 32 sagt mir... etwas ganz unglaubliches kommt auf Sie zu." "Oh mein Gott, woher wussten Sie das nur?" "Ihre Gastherme hat´s mir verraten."

Ein Pflaumenbaum hat viele Äste.

In 53 Minuten Zugfahren kann man eine Menge unternehmen. Aus dem Fenster schauen. Leute beobachten. Buch lesen. In einer Geschichte versucht eine Gruppe von Schülern einem anderen Mitschüler beizubringen, dass es im Leben für jeden Menschen etwas gibt, was von Bedeutung ist. Denn dieser sitzt vergnügt im Pflaumenbaum und ruft den starren Köpfen zu: "Alles ist egal. Denn alles fängt nur an, um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert ... In wenigen Jahren seid ihr alle tot und vergessen und nichts, also könnt ihr genauso gut sofort damit anfangen, euch darin zu üben."
Ihr Spiel fing harmlos an, indem sie gebrauchte und wertlose Gegenstände sammelten aber es hörte auf dieses zu sein, als die Kinder anfingen sich gegenseitig die wichtigsten Sachen wegzunehmen. So musste Agnes ihre geliebten, grünen Sommersandalen abgeben, Gerda sich von ihrem Hamster Klein-Oskar trennen, Anna-Li ihre Adoptionsurkunde weggeben und die hübsche Rosa einem Hund den Kopf abschlagen. Je größer das Opfer, desto größer die Bedeutung. Mir ist schlecht geworden bei dem Gedanken, wie grausam Menschen werden können, wenn man ihnen so weht tut und das was sie lieben, wegnehmen.
Aber was würde ich auf einen Gedankenberg von Bedeutung legen? Was ist so wertvoll an Bedeutung, dass man es nicht hergeben würde? Eines war vergänglich. Anderes nicht mehr lebendig. Haare wachsen nach. Von Menschen nehme ich jetzt Abstand. Aber ich glaube es sind Erinnerungen, Briefe und Fotos, die ich niemals hergeben möchte. Die müsste ich ganz oben auf den Berg legen.Vielleicht.

"Und selbst wenn ich nicht erklären kann, was das ist, weiß ich doch, dass es etwas ist, was Bedeutung hat. Und ich weiß, dass man mit der Bedeutung nicht spaßen soll. Nicht wahr, Pierre Anthon? Nicht wahr?"

                                                                                          Janne Teller - Nichts was im Leben wichtig ist
                                                                                          Auszüge von den Seiten  11, 12 & 140

Und du?

Samstag, 20. November 2010

Everything I touched was golden. Everything I loved got broken.

Ich würde mir gern etwas wünschen. Ein Märchen.


Rote Lippen soll man...

...küssen. Erdbeer-Lollis machen viel mehr rote Lippen als Lippenstift. Wie erdbeerig.

Einmal im Jahr besuchen wir einen Bekannten der Familie. Er ist mittlerweile sehr alt und lebt zwischen seinen Brockhaus-Nachschlagewerken und einem echten Förster-Klavier in einer Villa am Stadtrand. Ein Rundgang durch das Haus gleicht jedes Mal einem Museum oder Antiquitätenlager. Am Ende ist es immer wie Weihnachten, wenn wir mit gefüllten Taschen voller Walnüsse, Äpfel und Lebkuchen nach Hause gehen.

Aber trotzdem ist es ein komisches bis unsicheres Gefühl, wenn du da bist. Weil es immer noch das gleiche Spiel ist. Aber das Mensch-ärgere-dich-nicht kann ich leider immer noch nicht gut. Und mein Herz ist keine Wohnung. Wo jeder reinkommen darf. Keine Tür, die immer aufsteht und kein Hallo, für den, der reingeht. Pass einfach auf, wo du hin läufst und, dass du keine Blumenvase herunter wirfst.

Freitag, 19. November 2010

Wo bist du jetzt?

Es ist eine völlig andere Welt, wenn man 7.00Uhr aufsteht. Sie ist dunkel und kalt. Da kann man sogar noch Frühstücksfernsehen und Gilmore Girls anschauen. Die gestrige Take-That-Dokumentation war leider enttäuschend. Take-That: Meine große Liebe aus den 90ern. Hach. How Deep Is Your Love.

"Warum sollten wir miteinander ausgehen?"
"Weil wir uns voneinander angezogen fühlen."
"Das ist kein richtiger Grund. Wieso also?"
"Dann vielleicht, weil wir gleich groß sind."
"Runde 1 und Sie sind schon erledigt?"

Donnerstag, 18. November 2010

Wir tun nicht was wir wollen - wir wollen was wir tun.

Loreley

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldnes Haar.

Sie kämmt es mit goldnem Kamme,
Und singt ein Lied dabey;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodey.

Den Schiffer, im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh'.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.
 
                                                                           Heinrich Heine - Loreley
 

Mittwoch, 17. November 2010

Sag deiner Mutter: Du kommst heute Nacht nicht nach Hause.

Feiertage machen kreativ. Da steht man dann 13Uhr auf, frühstückt und fängt an Kuchen zu backen. Aber natürlich einen gesunden Kuchen. Mit Zucchiniraspeln und Schokolade. Im übrigen: Der beste Schokoladenkuchen. Saftig. Weich. Krunchy. Danach erstmal ausruhen. 40 Minuten in der Küche stehen ist ganz schön anstrengend. Zum Kaffee wieder in der Küche treffen. Geschmückt mit falschem Bart, Blumenhaarband und Glitzer. Da saßen dann Didi - der Assistent oder Stadtstr(e)icher, Lutz - der LKW-Fahrer und Tripper-Pole und der Döbelner Wurstwaren-Meister, bei dem alle vermuten, er arbeitete bei der Stasi unter dem Decknamen "IM Meister". Aber wissen tut das natürlich keiner. In geselliger Runde klopften sie die Spielkarten und schwelgten in Erinnerungen. In "Harrys Bar" ging es so lang gut, bis die Atzen aus einer ostdeutschen Provinz die Schwelle übertraten und ordentlich in die Disko geschissen haben. So ist bis jetzt noch nicht klar, wieso Didi nie die Stadt verlässt, was Lutz auf seinen einsamen LKW-Fahrten zur Ablenkung treibt und wer sich hinter dem Meister wirklich verbirgt. Und noch immer hört man die Atzen im Hausflur lautstark grölen: "Fick die Uni! Fick die Uni!".

 Fotos: (c) http://kartoffelwasser.de/fotoblog/